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Pflanzen

Seltene oder sogar sehr seltene Pflanzen werden üblicherweise in der sogenannten „Roten Liste“ für gefährdete Pflanzen geführt. Auf vielen Golfplätzen können sich solche Pflanzen ungestört entwickeln und einige Plätze weisen sogar mehr als 10 verschiedener solcher Pflanzen auf, die in der restlichen Landschaft eher sehr selten sind. Im Fürstlichen Golfressort Bad Waldsee zum Beispiel gedeihen Kreuzenzian (Gentiana cruciata), Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) und unterschiedliche seltene Orchideenarten. So finden sich u.a. Bienenragwurz (Ophrys apifera), Rotes und Weißes Waldvögelein (Cephalanthera damasonium), Breites (Dactylorhiza majalis) und Geflecktes Knabenkraut (Dact. maculata), die Mückenhändelwurz (Gymnadenia conopsea) oder die Helmorchis (Orchis militaris) in den weiten Roughflächen und an geschützten Stellen im Waldsaum. Die Sumpfständelwurz (Epipactis palustris) ist zumindest auf zeitweilige Nässe angewiesen und besiedelt darüber hinaus in vielen Exemplaren einen Überflutungsbereich entlang einer sehr interessanten Spielbahn.

 

Entscheidend für das Vorkommen einer Art ist, dass die jeweiligen Lebensräume eine dauerhafte Existenz dieser Arten ermöglichen. Kalkliebende Pflanzen werden daher nur auf Flächen mit basenhaltigem Ausgangsgestein vorkommen. Andere Pflanzen lieben bodensaure Lebensräume und entsprechend werden sie sich nur an solchen Standorten entwickeln können. Und genau hier liegt der Reiz von Golfan­lagen, denn jeder Platz hat andere Standort- und Klimaverhältnisse. Je nach den vorherrschen­den ökologischen Eigenschaften variiert also die Zusammensetzung der Pflanzen­bestände. Hinzu kommt, dass die Nutzung oder die Pflege der Flächen große Auswirkungen auf die Entwicklung unterschiedlicher Pflanzengemeinschaften hat. So werden z.B. einzelne Arten durch häufigen Schnitt gefördert, andere ertragen weder Schnitt noch Tritt. Sollen also bestimmte Bereiche geschont und entwickelt werden, ist es notwendig die ökologischen Anforderungen der Pflanzen genau zu kennen

Neophyten

Pflanzen, die vom Ursprung her nicht in unserer heimischen Flora vorkommen, werden Neophyten genannt. Sie sind aus anderen Regionen eingewandert und haben oft Eigenschaften, die sie in ihrer Konkurrenzkraft gegenüber einheimischen Pflanzen stark bevorteilen und diese massiv unterdrücken. Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera) oder Kanadische Goldrute (Solidago virgaurea) sind die wohl bekanntesten Beispiele. Aufgrund einer sehr hohen Samenbildungsrate oder weitausstreichenden Wurzelausläufern (Rhizome) sind sie in ihrem Wachstum stark bevorteilt. Trotz ihrer teilweise vorhandenen Schönheit, ist ihr ökologischer Wert für Bienen und andere Bestäuber meist nur gering. Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist zudem extrem giftig und die Körperteile die mit dieser Pflanze in Berührung kommen, werden regelrecht verbrannt. Überlässt man solchen Neophyten ohne entschiedene Gegenmaßnahmen einzelne Standorte, werden sie sich sehr rasch und ungehindert ausbreiten. Hier gilt es also, rasch und entschlossen gegenzusteuern, wobei zeitweiliges Mähen in einzelnen Fällen schon nicht mehr ausreicht, um das Wachstum einzudämmen.